Mäulesmühle

Die Mäulesmühle mit dem "Bio-Restaurant Mäulesmühle" und der "Komede-Scheuer"

Schriftlich ist die Mäulesmühle erstmals 1406, also vor mehr als sechshundert Jahren, dokumentiert. Bildhaft wird sie zunächst auf Landkarten. Die erste Karte, auf der die Mäulesmühle erscheint, stammt von Heinrich Schweickher. Das Blatt ist Teil eines Württembergischen Atlasses, datiert auf das Jahr 1575.

Namensgebend für die Mühle war die Müllersfamilie Maylen, die von Ende des 17. bis Mitte des 18. Jahrhunderts die Mühle betrieb. Aus der "Maylensmühle" wurde mit der Zeit die "Mäulesmühle".

Mäulesmühle

Sehr viel genauere Informationen zur Mäulesmühle geben die Triebwerksakten. Jede technische Neuerung, soweit sie in die Veränderung der Landschaft und des Nachbarschaftsrechtes eingegriffen hat, ist darin verzeichnet, Die Triebwerksakten der Mäulesmühle reichen bis in das Jahr 1749 zurück. 1819 wurde die Mühle in der heutigen Form neu aufgebaut. Dies zeigt z.B. auch die Überschrift über dem Museumseingang (s.u.). Bis 1949 wurde in der Mühle gemahlen.

Die unter Denkmalschutz stehende Technik ist das eigentlich Interessante der Mäulesmühle. Die Mühle selbst wurde nämlich in den 1980ern vollständig neu aufgebaut. Von der Silhouette zwar originalgetreu, aber eben neu. Als Baumaterial wurden teilweise Balken der alten Mühle verwendet - man kann die alten und neuen Teile sehr gut unterscheiden.

Das Fachwerk der Mäulesmühle diente nicht als Schmuck, sondern war die tragende Konstruktion des Baues. Es wurde auf einen Sockel aus Sandstein gesetzt, denn ein massiver Unterbai war notwendig. Dieser musste das schwere Instrumentarium tragen und gleichzeitig dauerhaft und wasserbeständig sein.
Das Fachwerk wurde in seinen Hohlräumen mit Feldsteinen ausgefüllt. Ein wichtiges Bindemittel war dabei der Lehm, der zu diesem Zweck sehr fett sein musste.

Die Mäulesmühle beherbergt seit 2007 das Bio-Restaurant Mäulesmühle mit schwäbischen Spezialitäten, bei schönem Wetter auch mit Biergarten. Betrieben wird das Restaurant von Frau Daniela Brünemann und Herrn Georg Hagel. Die Rohstoffe werden von kontrolliert biologischen Betrieben aus der Region bezogen. Genaue Informationen zu Öffnungszeiten und Angebot gibt es hier.

Seit dem Frühjahr 2009 gibt es außerdem für die Radler eine Fahrradstation um kleinere Defekte zu beheben. Schläuche in den gängigen Größen kann man im Restaurant kaufen.

Fahrradstation

Mühlenmuseum

Im Erdgeschoß der Mäulesmühle gibt es ein sehr informatives Mühlenmuseum, in dem die Geschichte des Hauses und des Müllerhandwerkes dargestellt wird.

Das Mühlenmuseum hat ganzjährig geöffnet Samstag bis Dienstag, 14:00 bis 18:00 Uhr. Herr Hagel, der Pächter des Bio-Restaurants, nimmt jeden Sonntag um 17:00 Uhr die Mühle für das Publikum in Betrieb.

Mahlwerk

Herzstück des Museums ist das voll funktionstüchtige Mahlwerk aus dem Jahre 1819.

Gerbputzmaschine

Auf dem Bild links ist eine Gerbputzmaschine zu sehen. Diese dient zur Oberflächenreinigung des Korns durch Scheuern, zur Trennung von Hülse und Korn durch Luftstrom und zur Beseitigung von Verunreinigungen durch Aussieben.

Sortierzylinder

Der links abgebildete Sortierzylinder dient zum Trennen von Mehl, Grieß und Kleien durch Aussieben.

Neben der Mäulesmühle steht die "Komede-Scheuer". Hier wird das überregional bekannte schwäbische Mundarttheater aufgeführt, welches ab und an auch im 3. Fernsehprogramm des Südwestrundfunks angeschaut werden kann (gibt es auch auf Video und DVD, siehe Seite "Medien").

Leider ist es wirklich ausgesprochen schwierig an Karten für die Aufführungen zu kommen. Es gibt üblicherweise im Herbst einen einzigen Tag, an dem für das Folgejahr Karten bestellt werden können. Die Bestellung ist ausschließlich telefonisch beim Kartentelefon der Mäulesmühle möglich. Nähere Infos gibt es hier.

Komedescheuer

Der Musikverein Stadtkapelle Leinfelden e.V. (http://www.mv-leinfelden.de/) veranstaltet seit über 30 Jahren am 1. Mai und an Christi Himmelfahrt in der Mäulesmühle den Mühlentrubel. Der Mühlentrubel ist eine gemütliche und gesellige Hocketse mit toller Verpflegung in reizvoller Umgebung im Siebenmühlental. Er eignet sich insbesondere auch für einen Zwischenstopp im Rahmen einer Maiwanderung oder eines Ausflugs im Siebenmühlental. Die Orchester des Musikvereins Stadtkapelle Leinfelden e.V. und Gastkapellen sorgen für das musikalische Rahmenprogramm.

Historische Mäulesmühle (Hof)

 Historische Mäulesmühle (Mühle)

Links sind zwei Fotografien aus dem Buch "Musberg gestern und vorgestern" zu sehen (siehe auch Seite Medien).

Zunächst einmal die Mäulesmühle aus dem 30er Jahren. Rechts vorne steht der Besitzer der Mäulesmühle Wilhelm Graf, der nach dem 2. Weltkrieg das Mahlen einstellte. Die Mühle wurde 1961 von der Stadt Leinfelden gekauft.

Und dann noch die Mäulesmühle 1912. Im Vordergrund ist Familie Graf zu sehen. Im rechten Teil des Hauses wohnte die Familie Walter, die im vierzehntägigen Wechsel mit Familie Graf in der Mühle das Korn mahlte.

Wie die meisten Häuser in der Zeit bis zum 1. Weltkrieg war auch die Mäulesmühle fast immer von wenigstens einer Drei-Generationen-Familie bewohnt. Neben dem Müller und seiner Frau waren das die Großeltern und die Kinder.
In der Mühle war auch das Gesinde untergebracht. Das Bett des Mahlknechtes stand im Mahlraum. Im Gegensatz zur besitzenden Herrschaft, ist das Gesinde nur selten dokumentiert, wenn es um Geldfragen ging. Oft hingegen, wenn von Moral die Rede war, wie in den alten Kirchenkonventsprotokollen.

Nebenstehende Postkarte (©Bildkomposition: Hansjürgen Wollmann, Leinfelden) zeigt im Vordergrund das Reichenbachviadukt der ehemaligen Eisenbahnlinie und im Hintergrund die Mäulesmühle.

Gruß aus dem Siebenmühlental - Mäulesmühle mit Reichenbachviadukt

Radierung von Klaus Brinkmann

Radierung von Klaus Brinkmann (Original)

Eine 2-seitige Karte mit einer Radierung von Klaus Brinkmann zeigt die historische Mäulesmühle.

Die zweite Karte zeigt dasselbe Bild als Originalradierung.

Im Antiquariat gibt es noch ein paar skurrile Dinge über die Mäulesmühle.

Nebenstehend ein Aquarell der Mäulesmühle von Elke Kühnel. Das Bild stammt aus dem Jahr 2009.

Mäulesmühle - Aquarell von Elke Kühnel

Bild der Mäulesmühle von Egon Martin

Bild des Spielplatzes an der Mäulesmühle von Egon Martin

Zwei Gemälde der Mäulesmühle von Egon Martin aus dem Buch 'Gemalte Vergangenheit'. Mehr dazu bei den Medien.

Das erste Bild zeigt das Haupthaus der Mäulesmühle. Das zweite Bild den Spielplatz mit Grillstelle, der heute noch i.W. so aussieht.